SV 1919 Zeilsheim e.V.

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Chronik

97 Jahre Vereinsgeschichte des SV 1919 Zeilsheim e.V.

Nur die ältesten Mitglieder des Vereines und die älteren Mitbürger Zeilsheims können noch annähernd aus ihren Erinnerungen rekonstruieren, welche Entwicklung der SV 1919 Zeilsheim in den vergangen 90 Jahren nahm und welches persönliches Engagement von jedem einzelnen abverlangt wurde, bis sich die ersten Erfolge einstellten. Durch die Wirren der vergangenen Jahrzehnte gibt es keine vollständigen Unterlagen, sodass die Chronik in Teilen auf den Erinnerungen älterer Zeilsheimer basiert.

Obwohl unsere Geschichte auch durch trübselige und schwere Zeiten geprägt ist, rücken in der Erinnerung dagegen immer wieder all die schönen und fröhlichen Stunden, all die Freuden über große Siege und Erfolge nahe.

Die Vereinsgeschichte beginnt eigentlich im „Dorf“ Zeilsheim, das im Jahre 794 erstmals urkundlich erwähnt wurde und als rein ländliche Gemeinde, um 1900 nur rund 500 Seelen zählte – sprich zu der Zeit, als der Fußball als Sport aus England zu uns herüberkam und in Deutschland der DFB gegründet wurde. Erst als mit den Farbwerken die Industrie in Höchst einzog und Meister, Lucius & Brüning die ersten Arbeitersiedlungen in Zeilsheim entstehen ließen, wuchs die Einwohnerzahl bis in die 20ger Jahre auf etwa 3000 an. Die Arbeiter kamen aus Hessen und Nassau, der nahen Rhön und dem ferneren Bayern, sowohl aus Ost- und Westpreußen wie auch aus dem Norden und ließen sich mit ihren Familien in Zeilsheim nieder. Die zugezogenen Bürger mit ihren unterschiedlichsten Dialekten, Ideen und Lebensweisen wurden nicht immer freundlich aufgenommen, sondern zum Teil auch argwöhnisch und ablehnend beobachtet. Doch genau in dieser Zeit entstand der Gedanke, in Zeilsheim einen Fußball Verein zu gründen.

Nach der Gründung des 1. FC Zeilsheim im Jahre 1912 musste dieser mit dem Ausbruch des 1. Weltkriegs auch schon wieder aufgelöst werden. Nach Kriegsende wurde die alte Idee zaghaft wieder aufgegriffen und man suchte in allen Kreisen nach bereitwilligen Sportidealisten, die an der Verwirklichung eines neuen Anlaufs mitwirken sollten. Im Frühjahr 1919 war es dann soweit: In der Gaststätte „Gambrinus“ gründeten die drei Sportkameraden Philipp Fleckenstein, Hans Graßl und Josef Holler am 7. Juni 1919 den Sportverein „1. FC 1919 Zeilsheim“. Als 1. Vorsitzender wurde Wilhelm Wendel gewählt. Der Verein zählte damals 20 Mitglieder. Gespielt wurde auf dem Schulfeld (heutiger Detmolder Platz). Der erste Sportplatz war ein Acker zwischen dem heutigen Kranentrank und Neu-Zeilsheim. Die Spielerkleidung sollte wenigstens einigermaßen einheitlich sein und zumindest etwas grün und weiß zeigen. Drei bis vier Spieler sollten doch richtige Fußballschuhe tragen, wenn auch mit schon etwas ramponierter Stahlkappe. Die übrigen Spieler trugen die damals üblichen vollrindledernen Straßenschuhe, und der Torhüter natürlich ellenbogenlange Glacé-Handschuhe und Mütze. Für alles Mögliche war mühselig Geld zusammengetragen worden. Auch die Torpfosten standen, nur die „Pille“ fehlte noch, und es konnte trotz aller Bemühungen kein Ball erstanden werden – bis durch eine auf Umwegen erschlichene, unfreiwillige Spende der Eltern eines Gründers, die Anschaffung des runden Leders realisiert werden konnte.

Das erste Spiel gegen Schwanheim konnte beginnen. Mit stolz bezwiebelten oder teils gestutzten Bärtchen, meist kahlköpfig, mit Sporthosen bis über die Knie liefen unsere Spieler zum ersten Mal zu einer offiziellen Begegnung ein und unter dem Beifall der erwartungsfrohen und spannungsgeladenen Zuschauer ertönte der 1. Anpfiff. Es liefen auf: Peter Hereth, Wilhelm Koch, Georg Streit, Wilhelm Wendel, Karl Meuer, Georg Klein, Adam Biemüller, Josef Holler, Philipp Ott, Robert Spahn und Adam Roth. Das 1. Spiel ging verloren.

Von nun an wurde in Zeilsheim Fußball gespielt und immer mehr Anhänger brachten ihr Scherflein zu Kasse. Doch trotz aller Mühen und Erfolge kam in den Wirren der Nachkriegszeit der Spielbetrieb von 1925 bis 1927 zum Erliegen. Erst nach Abzug der Besatzungsmacht und der Eingemeindung Zeilsheims zu Frankfurt in Jahre 1928 ging es mit frischem Mut und Elan weiter. Auch wenn der Verein nicht aufgelöst wurde, so musste er nach der dreijährigen Zwangspause  erst wieder lebensfähig gemacht werden. Eine schier unlösbare Aufgabe für die schon bewährten Männer. Die Vereinskasse war aufgebraucht, es war kaum noch Inventar vorhanden und auch ein Sportfeld stand nicht mehr zur Verfügung. Es war die Zeit der größten Wirtschaftskrise Deutschlands. Die Wiederaufnahme des Spielbetriebes war eine außerordentliche Leistung, die noch heute besondere Anerkennung verdient. Als Sportplatz wurde die Grube südlich der Bahnlinie Höchst-Limburg genutzt. Die Genehmigung für diese Notlösung wurde aufgrund der zu hohen Unfallgefahr jedoch bald wieder entzogen. Sindlingen bot damals freundlicherweise seinen Platz für unsere Heimspiele an, und somit war trotz andauernden Geldmangels der Spielbetrieb gesichert.

Die Opfer und Mühen wurden bald belohnt. 1928 stieg die 1. Mannschaft von der C-Klasse in die B-Klasse auf und bereits ein Jahr später, 1929, erfolgte der Aufstieg in die A-Klasse. Unterdessen legte die Stadt Frankfurt den heutigen Sportplatz in der Lenzenbergstraße an, der im Jahre 1930 eingeweiht wurde und für die damaligen Verhältnisse eine mustergültige Sportanlage war. Es war ein Geschenk der Stadt an die sportbegeisterte Jugend des Stadtteils, das über viele Jahre Freude bereitete.

Doch dann kam am 1. September 1939 der 2. Weltkrieg. Obwohl der Sportbetrieb nur mühsam aufrecht erhalten werden konnte, stellte Zeilsheim in den Kriegsjahren ununterbrochen eine 1. Mannschaft, der es im Jahre 1941 sogar gelang die Meisterschaft zu erringen. Der SV durfte über alle Klassen in die „Mainliga“ aufsteigen, der damals höchsten Spielklasse des Kreises Groß-Frankfurt.

Nach Ende des 2. Weltkriegs, aus dem viele treue Sportkameraden nicht mehr zurückkehrten, und dem Einzug der Juden in Zeilsheim, stellte sich der Erfolg für die Zeilsheimer Fußballer schnell wieder ein. Lukrative Gegner wie 1. FC Kaiserslautern, Eintracht Frankfurt, 1. FC Nürnberg, FSV Frankfurt und Mainz 05 wurden nach Zeilsheim geholt. Zwei- bis dreitausend Zuschauer säumten bei diesen Spielen die Ränge.

Um außer Fußball noch weitere Sportarten betreiben zu können, wurde der Vereinsname in „Sportverein 1919 Ffm.-Zeilsheim“ geändert.

In der Saison 1947/48 errang der Verein die Meisterschaft in der A-Klasse Kreis Main-Taunus. Somit war der Aufstieg in die Bezirksklasse geschafft und es begann für den Verein eine Blütezeit mit allen Höhen und Tiefen. Schon zu dieser Zeit kamen an jedem Wochenende einschließlich der Jugend 7 Mannschaften zum Einsatz.

Weitere wichtige Eckpunkte ergänzten die Erfolgsgeschichte des SV Zeilsheim:

  • Sieger des Richard-Weidlich-Pokals 1949 und 1950
  • Hessen-Meisterschaft 1950
  • Sieger des Sarotti-Pokals 1951
  • Meisterschaft der A-Klasse im Spieljahr 1957/58
  • Aufstieg in die Bezirksklasse im Jahre 1970

Große Jubiläen wie das 50jährige, das 60jährige und das 75jährige wurden ausgiebig gefeiert. Über 20 Jahre Stand an Pfingsten ein Festzelt auf der Sportanlage. Horst Fischer und Erich Klein erfanden das Bolzi-Turnier.

Den vielleicht größten Meilenstein in der Geschichte des SV Zeilsheim legte der Vorstand 1982 mit dem Beschluss, das Vereinsheim zu bauen. Horst Fischer (1. Vorsitzender), Lothar Söder (2. Vorsitzender), Peter Strauch (Geschäftsführer), Fritz Kahl (Hauptkassierer) und Jürgen Kahles (Abteilungsleiter Fußball) legten den Grundstock für das heutige Clubheim. Mit der Umsetzung dieses Vorhabens wurde Johannes Geissel beauftragt.

Mit dem Bau des Vereinsheims ging es sportlich leider abwärts. Viele Niederschläge mussten seit Ende der 70er Jahre überstanden werden. Henry Eichler vereitelte sogar in einem Relegationsspiel, zur C-Klasse in Ruppertshain mit seinem Freistoßtor den Abstieg in die unterste Spielklasse. Nach den mageren 80ger Jahren kam der SV erst wieder in den 90ger Jahren in Tritt. Dem Aufstieg 1993 in die Bezirksklasse folgte 1994 zwar wieder der Abstieg, doch der SV strebte die Rückkehr in die Bezirsksliga vehement an. Erneuter Aufstieg 1997 in die Bezirksklasse. Den Verantwortlichen der Grün-Weißen gelang es den Höhenflug fortzusetzen. Nur 2 Jahre später wurde erneut eine Meisterschaft in Zeilsheim gefeiert. Der SV stieg im Mai 1999 in die Bezirksoberliga auf und die Mannschaft gewann den Frankfurter Sparkassen-Cup und wurde inoffizieller Stadtmeister. Den Titel des Stadtmeisters wiederholte der SV im August 2005. Höhepunkt im Jahre 1999 war jedoch das 80jährige Jubiläum, das zusammen mit dem sportlichen Erfolg ausgiebig gefeiert wurde.

Der größte sportliche Erfolg des Vereins sollte jedoch noch folgen. Die Fußballer des SV errangen in der Saison 00/01 völlig unerwartet die Meisterschaft in der Bezirksoberliga. Der Verein und Zeilsheim feierten über Tage dieses großartige Ereignis. Vorstand, Trainer, Mannschaft und Fans bilden eine solche harmonische Einheit, wie kaum zuvor. Beispielhaft war auch die Aktion von 22 Fans, die unendgeldlich das komplette Vereinsheim renovierten.

2002 und 2004 gewinnt der SV Zeilsheim den Offensiv Cup (Lebrecht) in Kriftel und ist im Main-Taunus-Kreis ein echtes Aushängeschild geworden. Ein Rückschlag durch den Abstieg im Mai 2004 in die Bezirksoberliga konnte zügig wieder korrigiert werden. Nur 2 Jahre später, im Jahre 2006, feierte der SV bereits wieder den Aufstieg in die Verbandsliga Mitte, eine Klasse, die bis heute gehalten werden konnte. Bereits drei Spieltage vor Rundenschluss machten die Mannschaft mit einem 6:0 bei der Spvgg. Sonnnenberg alles klar. Aber auch die 2. Mannschaft des SV, die seit einigen Jahren ebenfalls in einer Punktrunde spielt, stieg in der Saison 2007/08 über 2 Relegationsspiele gegen den FC Schwalbach in die Kreisliga A auf. Dies konnte die 2. Garnitur des SV nochmals mit dem Aufstieg in die Kreisoberliga in der Saison 2013/14, toppen. Doch nur 1 Jahr später führte der Weg wieder in die Kreisklasse A zurück.

Mit dem doppelten Gewinn des Frankfurter-Sparkassen Cups in den Jahren 2012 und 2013 stieg der SV zum Rekordsieger in dieser Kategorie auf. Insgesamt viermal konnten die Grün-Weißen mittlerweile diese Frankfurter Stadtmeisterschaft gewinnen.

In der Saison 2014/2015 wurde die 1. Mannschaft des SV ihrer Favoritenrolle nicht gerecht und scheiterte in der Relegation zum Aufstieg in die Verbandsliga an SF/BG Marburg. Doch bereits eine Saison 2015/16 später, konnten die Grünen ihre Ziele umsetzten und stiegen souverän mit einem Punktepolster von 18 Punkten in die Verbandsliga Mitte auf. Noch nie wurde eine Meisterschaft so früh errungen!

Der SV befindet nunmehr zum 3. Mal in der Verbandsliga Mitte und wird mit breiter Brust in der zweithöchsten Amateurliga auftreten. Der Verein verfügt über eine eingespielte Mannschaft und strebt in der Saison 2016/17 einen einstelligen Tabellenplatz an.

Der heutige Vorstand – 1. Vorsitzender Peter Strauch, 2. Vorsitzender Viktor Wagner, Geschäftsführerin Silke Wagner, Hauptkassierer Andreas Neuberger und Abteilungsleiter Fußball Andre Becher, sowie Jugendleiter Thomas Klenk und Abteilungsleiter Tischtennis Heinz Schnell danken allen Beteiligten für die großartige Unterstützung und hoffen, dass die Erfolgswelle noch lange anhält.

Heute unterhält der SV; 13 Fußball-Jugendmannschaft, 2 Aktive Mannschaften, 1 Soma-Mannschaft, 1 Herren Mannschaften im Tischtennis und hat über 375 Mitglieder in seinen Reihen, davon ca. 230 Schüler- und Jugendliche.

Sportverein 1919 Zeilsheim e. V.

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